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Offline th.k

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Re: FKK in den Medien
« Reply #60 on: May 06, 2016, 05:49:45 am »
auch RTL hat 2014 eine eigentlich sehr interessante Doku über FKK zustande gebracht:
http://www.rtl2.de/sendung/exklusiv-die-reportage/folge/folge-1029

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Offline Pitti

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Re: FKK in den Medien
« Reply #61 on: May 07, 2016, 09:40:41 am »
Beim zappen bin ich gestern zufällig bei einer Doku über die DDR hängen geblieben - wie üblich kam da auch das Thema FKK vor. Spannend fand ich, dass sie Interveiwpartner hatten, die sich durchaus kritisch bis negativ über die FKK-Bewegung in der DDR geäußert haben.

Bisher habe ich das in den Medien so noch nicht wahrgenommen...

Ich denke das wird immer so sein, dass man es nicht allen recht machen kann. Ein großteil der DDR Bewohner denke ich mochten FKK, aber eben nicht alle.
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Re: FKK in den Medien
« Reply #62 on: May 09, 2016, 05:30:31 am »
Moin Pitti,

Beim zappen bin ich gestern zufällig bei einer Doku über die DDR hängen geblieben - wie üblich kam da auch das Thema FKK vor. Spannend fand ich, dass sie Interveiwpartner hatten, die sich durchaus kritisch bis negativ über die FKK-Bewegung in der DDR geäußert haben.

Bisher habe ich das in den Medien so noch nicht wahrgenommen...

Ich denke das wird immer so sein, dass man es nicht allen recht machen kann. Ein großteil der DDR Bewohner denke ich mochten FKK, aber eben nicht alle.

dat is klar - ich wollte mehr darauf aufmerksam machen, wie schnell wir durch die Medien ein (vielleicht falsches) Bild erhalten und es mir hier halt eben mal wieder im Kontext FKK klar geworden ist...

Offline nature21

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Re: FKK in den Medien
« Reply #63 on: June 13, 2016, 05:25:31 pm »
Ab heute kommt in vier Folgen jeweils Montag zur besten Sendezeit um 20.15 auf dem östrerreichischen privanten Sender ATV die Serie Nacktes Österreich.
Bin gespannt.

http://atv.at/nacktes-oesterreich/

Offline mynick81

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Re: FKK in den Medien
« Reply #64 on: June 14, 2016, 06:10:42 am »
Ab heute kommt in vier Folgen jeweils Montag zur besten Sendezeit um 20.15 auf dem östrerreichischen privanten Sender ATV die Serie Nacktes Österreich.
Bin gespannt.

http://atv.at/nacktes-oesterreich/

Ich freu mich auf Deinen Bericht @nature21 - vielleicht findest Du ja auch einen Link, wo man sich das online anschauen kann...

Offline Pitti

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Re: FKK in den Medien
« Reply #65 on: June 14, 2016, 03:52:40 pm »
Ich fand diese Reportage jetzt nicht so schlecht, hatter irgendwie was von RTL2. Mir fehlt ein wenig, dass man nicht auf die FKK Jugend eingeht, aber vielleicht kommt es ja noch.

Hier kann man sich die Folge noch mal anschauen.

Das mit dem nackt in der Öffentlichkeit skaten fand ich sehr interessant, aber das sich nur Männer zu der Aktion geäußert haben war etwas schade.
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Re: FKK in den Medien
« Reply #66 on: June 15, 2016, 08:36:28 am »
ja habs so nebenbei angeschaut am montag. war jetzt nix wirklich weltbewegendes vom inhalt. aber war ganz ok gemacht.
mal sehn was die kommenden teile bringen

Offline mynick81

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Re: FKK in den Medien
« Reply #67 on: June 16, 2016, 05:35:42 am »
Ich fand diese Reportage jetzt nicht so schlecht, hatter irgendwie was von RTL2. Mir fehlt ein wenig, dass man nicht auf die FKK Jugend eingeht, aber vielleicht kommt es ja noch.

Hier kann man sich die Folge noch mal anschauen.

Das mit dem nackt in der Öffentlichkeit skaten fand ich sehr interessant, aber das sich nur Männer zu der Aktion geäußert haben war etwas schade.
Danke für den Link @Pitti .
RTL2 like trifft den Nagel auf den Kopf. Wie immer halt sehr tendenziös und gut...

Offline nature21

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Re: FKK in den Medien
« Reply #68 on: June 19, 2016, 01:44:06 pm »
Die gelaufenen Folgen von Nacktes Österreich können unter folgendem Link angesehen werden:
http://atv.at/nacktes-oesterreich/

Die erste Folge fand ich enttäuschend. Ein positives Image wurde damit nicht rübergebracht.
Bin auf die nächsten Folgen gespannt. Wegen Fußball ist erst mal Pause. Die nächste Folge kommt am 27.06.2016.

Offline th.k

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Re: FKK in den Medien
« Reply #69 on: October 08, 2016, 05:43:57 pm »
die Mallorca-Zeitung berichtet über 4 neue Hotels der Alltours-Gruppe, die allesamt auf dem Dach einen FKK-Bereich bekommen sollen:
http://www.mallorcazeitung.es/lokales/2016/10/06/allsun-offnet-sommer-vier-neue/46347.html
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Re: FKK in den Medien
« Reply #70 on: December 26, 2016, 05:22:42 pm »
Sender: arte

Titel: Tracks

Datum: Samstag, 31. Dezember 2016

Uhrzeit: 00:25 Uhr - 01:10 Uhr

Beschreibung: Unter anderem mit einem Beitrag über New Naturism:
Sie ziehen gerne blank! Die FKK-Anhänger in den USA lassen einen Lebensstil wieder aufleben,
der bisher hauptsächlich den Hippies vorbehalten war. Die Young Naturists of America wollen sich
nicht mehr in der Natur oder auf FKK-Stränden verstecken, sondern ihre Nacktheit in der Stadt
– also in der Öffentlichkeit – ausleben.
Text: © arte

Wiederholung am 05.01.2017, 01:30 Uhr - 02:15 Uhr
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Re: FKK in den Medien
« Reply #71 on: December 28, 2016, 10:19:16 am »
Nackedeis in den Schlagzeilen

Volkersdorf war für ein paar Tage berühmt. Dabei war der drohende Untergang des Abendlandes nur eine Posse.
Von Peggy Zill

Aufregung bei den Nacktbadern in Volkersdorf: Angeblich wollte man ihnen im Sommer die Freikörperkultur verbieten.
So stand es zumindest in der Bildzeitung. Am Ende stellte sich heraus, dass das nicht stimmt. Und Flüchtlinge werden wohl nie nach Volkersdorf kommen.

Volkersdorf. Die Bild-Zeitung hat auch weiterhin Hausverbot bei den Waldteichfreunden. Auf die Aufregung, die nach einem Artikel vom Juni folgte, hätte Vereinschefin Kerstin Richter gern verzichtet. „Flüchtlingsheim bei FKK-Camp geplant – Nudisten sollen Badebekleidung tragen“ titelte das Boulevardblatt. Fürs Foto posierten vier Nackedeis am Ufer des Oberen Waldteichs. Das gegenüber geplante Asylheim im Blick. Freikörperkultur und Flüchtlinge: Das kann nicht gutgehen und passte gut zur Angst um den Untergang des Abendlandes.

Andere Zeitungen machten mit und berichteten über den „nacktesten Protest gegen ein Flüchtlingsheim“ (Bild). Focus, Stern und Online-Portale stimmten mit ein. Auch die renommierte Londoner Times, die auflagenstärkste niederländische Zeitung De Telegraaf und das polnische Nachrichtenmagazin Wprost griffen das Thema auf. Eine Redakteurin der Huffington Post kam sogar Wochen später „Ans Ende der Welt“ und schaute sich im geplanten Asylheim um. „Nicht einmal seinem schlimmsten Feind würde man wünschen, auch nur eine Nacht an diesem Ort verbringen zu müssen“, schrieb sie später.

„Auch negative Werbung ist Werbung“, sagt Kerstin Richter heute. Auf der Facebookseite des Vereins gab es viele Klicks. Aber mehr Waldteichfreunde seien sie seitdem auch nicht geworden. Dass auch Magazine, die sie vorher für seriös hielt, aus der Bild-Zeitung einfach abgeschrieben haben, habe sie enttäuscht. „Die ganze Geschichte war doch nur erdacht“, so die Vereinschefin.

Denn niemand wollte den Nacktbadern das Nacktbaden verbieten, weder das Landratsamt, noch die Deutsche Gesellschaft für Badewesen, noch die Flüchtlinge. Beim Baden würden sie diese eh nicht beobachten können. Die Waldteichfreunde springen in den Niederen Waldteich, das Heim steht am Oberen. Dazwischen liegt der Campingplatz mit vielen Bäumen.

Wie sich nach einer kurzen Recherche herausstellte, hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer die mehrsprachige Bäderordnung zur freien Verwendung an den Moritzburger Verein geschickt. Dieser Aushang enthielt Verhaltensregelungen wie das Baden mit Badebekleidung, wie sie in normalen Schwimmbädern üblich sind. Für FKK- und Naturbäder waren sie nie gedacht, wie die Deutsche Gesellschaft für Badewesen erklärt. Man wollte den Flüchtlingen nur erklären, dass sie nicht in Straßenkleidung baden gehen dürfen.

In Volkersdorf wurde dieser Zettel nie ernst genommen oder aufgehangen. Die Boulevard-Presse griff das Thema trotzdem auf und überrumpelte die Nudisten mit ihrem Besuch. Durch den „Skandal“ entdeckte auch die AfD die FKKler als neues Klientel. Unter dem Credo „Mut zu Deutschland“ veröffentlichte die sächsische AfD Werbebanner mit der Aufschrift: „Kein Nacktbadeverbot neben Asylbewerberheim – FKK in Sachsen erhalten.“

In einem Zug mit der AfD genannt werden, davon distanzierten sich die Waldteichfreunde sofort. Gegen Flüchtlinge habe man nichts, lediglich im Landratsamt gefragt, ob ein Sichtschutz angebracht werden könnte.

Das hat sich nun auch erledigt. Die Asylbewerber sind bis heute nicht in das ehemalige Kinderkurheim eingezogen. „Und das haben wir damals schon gesagt“, so Kerstin Richter. 140 Personen sollten nach den ursprünglichen Plänen ab September kommen. „Anlässlich der Entwicklung der Asylbewerberzahlen ist auch nicht davon auszugehen, dass in den nächsten Wochen und Monaten eine Belegung der Einrichtung erfolgen wird“, heißt es in einer Beschlussvorlage des Kreistages. Daher sollten anderweitige Nutzungsmöglichkeiten des Objekts überlegt werden.

Vorschlag der Kreisverwaltung: Ein Künstlerhaus als eine Art Begegnungsstätte. Dafür soll ein Konzept erarbeitet werden. Der Sichtschutz zu den FKKlern kann dann sicher eingespart werden.

Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/nackedeis-in-den-schlagzeilen-3574174.html
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Re: FKK in den Medien
« Reply #72 on: January 28, 2017, 06:24:25 am »
es gibt wohl ein neues (eventuell ironisches) Theaterstück mit dem Thema FKK, allerdings ohne tatsächliches FKK zu beinhalten:
http://www.wn.de/Muenster/2654498-Plattdeutsches-Theater-FKK-lockt-auch-die-Seppenrader
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Offline barfuss_owl

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Re: FKK in den Medien
« Reply #73 on: January 29, 2017, 09:27:27 am »
Ich denke FKK wird in den Medien immer so verwendet, wie man es grade benötigt. Eine wirklich objektive Berichterstattung gibts doch nur sehr selten.

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Re: FKK in den Medien
« Reply #74 on: March 29, 2017, 02:56:16 pm »
Wie befreiend es ist, nackt zu baden

Nudist*innen werden gerne als Spinner*innen abgestempelt. Dabei haben sie uns etwas voraus: Mit den Kleidern fallen Zwänge.

Warum sind wir eigentlich nicht nackt, wenn wir an den See gehen? Das Nacktbaden ist in vielen Teilen der Welt verpönt, teils sogar streng verboten. Der Grund: unser Schamgefühl.

Davon profitiert insbesondere die Bademode-Industrie. Sie wächst und ist unglaublich umsatzstark – 2013 machte sie 336 Millionen Euro. Jährlich erscheinen neue Kollektionen, die unser Schamgefühl stärken: Was am Strand oder See getragen wird, beeinflusst stark, wie uns andere Menschen wahrnehmen. Haben wir Verständnis von Mode? Haben wir Stil, sind wir modern? Können wir das mit dieser Figur denn überhaupt tragen? Prominente Vorbilder wie David Beckham oder Heidi Klum zeigen, was und wie wir uns kleiden sollen. Was mitschwingt: Der Traumkörper dazu ist obligatorisch. Farben und Formen der Bademode haben der aktuellen Saison zu entsprechen. Andernfalls ist Frau oder Mann halt wahlweise out oder unförmig.

Müssen wir uns denn überhaupt dem Zwang zur Kleidung unterwerfen? In der Vergangenheit hat der Mensch schon mal unbeschwerter gebadet.

In der Antike waren sie einfach nackt

Bis ins Spätmittelalter gab’s solche Probleme nicht. Beginnend in der griechischen Antike, badete die einfache Bevölkerung sogar bis ins 19. Jahrhundert in Flüssen und Seen nackt, oft nach Geschlechtern getrennt. In den Badehäusern gab es aber immer wieder teilweise Verbote und Regeln in Badehäusern – immer befeuert durch die Kirche.

Im vierten Jahrhundert schon wurde Nacktheit nämlich zumindest kirchenamtlich verdammt. Wer sich widersetzte, war ein Ketzer. Nacktheit habe immer auch etwas mit Sexualität zu tun und dürfe nicht öffentlich zur Schau gestellt werden.

Trotzdem begann in Mitteleuropa die wirksame Tabuisierung der öffentlichen Nacktheit erst recht spät, im 18. Jahrhundert, wie Oliver König in seinem Buch „Die Nacktheit beim Baden“ schreibt. Grundtenor: Die Menschen haben sich sexuell zu beherrschen und sich daher auch nicht nackt an Stränden und Seen zu zeigen. Die soziale Erwartungshaltung stieg, sich in allen öffentlichen Situationen zu kleiden. Im frühen 19. Jahrhundert setzte sich dann auch die Bademode durch – und deren wirtschaftlicher Siegeszug konnte beginnen.

Damit einhergehend wuchs auch das Schamgefühl dem eigenen Körper gegenüber. Gipfel dieser Entwicklung markierte die Prüderie des viktorianischen Zeitalters. So verrückte sich langsam die Moralvorstellungen der Menschen: Wer nackt ist, tut etwas Falsches.

Was Kirche und Politik aber nie begriffen hatten: Diese Nacktheit beim Baden war schon damals viel mehr. Sie war gelebter Liberalismus. Egal ob groß, klein, dick, dünn: Nackt sind alle gleich. Mit Sexualität und Exhibitionismus hatte das im Allgemeinen wenig zu tun.

1898 entstand die heutige Freikörperkultur (FKK) in Essen mit genau diesen Leitgedanken. Motto: „Wir sind nackt und sagen Du.“ Sie versucht außerdem aufzuklären: Scham bei Nacktheit ist falsche Scham, impliziert sie doch ganz offensiv, dass wir uns für irgendetwas an unserem Körper zu schämen hätten.

Nackt sein heißt frei sein

Studien zufolge empfinden viele Menschen in Deutschland Nudismus als Spinnerei und Nacktbaden als „abstoßend“ (Spitzenreiter ist Bayern mit 31 Prozent). Immerhin: 17 Prozent der Deutschen geben an, schon einmal in ihrem Leben nacktgebadet zu haben.

Nudist*innen, Naturist*innen, FKK-Fans und Menschen, die einfach gerne nackt ins Wasser springen, können bestätigen: Mit den Kleidern legt man auch Alltags-Zwänge ab. Denn plötzlich ist ja völlig egal, was man trägt. Nacktes Schwimmen ist ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit.

Anhänger*innen der FKK berichten außerdem von einem starken Gefühl der Gemeinschaft, Achtung und Solidarität untereinander und der Umwelt. Der Respekt vor dem Körper der anderen steige, ebenso wird man sich selbst seines Körpers stärker bewusst. Schamgefühle verschwinden, was in der gesellschaftlichen Kommunikation enorme Vorteile bieten kann.

Auch ganz praktische Vorteile bietet das Nacktbaden: Umziehen nach dem Schwimmen entfällt, der Körper wird durchgängig braun. Vor allem aber: Eine Badehose oder einen Bikini brauchen Nacktbadende nicht zu kaufen.

Auch wenn es zumindest wirtschaftlich einer Katastrophe gleichkäme, würden plötzlich alle nur noch nackt baden: All diese Punkte sprechen doch dafür, es zumindest zu probieren. Und wenn es nur darum geht, einmal selbst auszutesten, ob es wirklich einen Grund für unser Schamgefühl gibt – oder ob es nicht doch mit der Kleidung abgelegt werden kann.

Nacktbadeseen in Deutschland finden Interessierte hier, Adressen im Ausland hier.

Quelle: http://ze.tt/wie-befreiend-es-ist-nackt-zu-baden/
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