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Re: FKK in den Medien
« Reply #75 on: April 29, 2017, 01:21:47 pm »
Warum es das Größte ist, in der Öffentlichkeit nackt zu sein

Als ich meinen Körper lieben lerne, bin ich von Nackten umgeben. Es ist einer der ersten warmen Frühlingstage, ich stehe im Außenbereich einer Therme im unterfränkischen Niemandsland, irgendwo zwischen Frankfurt und Würzburg. Zwischen meinen Zehen spüre ich das feuchte Gras. Meine Augen sind geschlossen, ein leichter Wind streicht über meine Haut. Und in mir macht sich ein Gefühl der Befreiung breit.

Noch vor einer Stunde saß ich im Auto, mein Kopf voll mit Gedanken wie: Mist, ich habe meine Beine nicht rasiert, ich habe bestimmt zugenommen über den Winter, mein Bauch ist aufgebläht – und jetzt nackt in die Sauna? Ich bin mir unsicher, ob ich meinen Körper der Öffentlichkeit zumuten kann.



Gedanken wie diese kennen viele: Laut Paula-Irene Villa, Soziologin an der LMU in München, ist es seit Jahren ein Trend, Frauen - aber auch immer mehr Männern - einzureden, dass ihre Körper grundsätzlich falsch sind: zu haarig, zu dick, zu schwabbelig. "Davon leben ganze Märkte wie die Kosmetikindustrie oder die sogenannten Frauenzeitschriften", so Villa. "Uns werden zwar ständig nackte oder halbnackte Körper zum Beispiel in der Werbung gezeigt, doch es mangelt an echter und vor allem nicht sexualisierter Nacktheit."

Ob auf Plakaten oder beim Durchscrollen von Instagram-Accounts: Perfekte Menschen lächeln dich mit ihren perfekten Körpern an. Die Industrie propagiert ein Körperbild, das es so kaum gibt. Trotzdem hat es sich dank Photoshop und Snapchat-Filter in unser Gehirn, in unser Unterbewusstsein eingegraben. Und auch ich habe angefangen, mich daran zu messen.

Wie sehr, wird mir bewusst, als ich mich mit einem Handtuch umschlungen im Außenbereich der Therme umschaue. Eine Frau Mitte 40 steigt ins Eisbecken, über ihren Rücken zieht sich ein großes Drachentattoo. An ihr ist so ungefähr gar nichts so wie in den Zeitschriften und bei Instagram: Schwangerschaftsstreifen ziehen sich über ihren Bauch, sie hat gut 20 Kilo zu viel auf den Rippen. Reiterhosen und Cellulite zieren ihre Oberschenkel. Aber all das scheint sie überhaupt nicht zu interessieren.

Nach dem Eisbecken schlendert die Frau vollständig nackt durch den Garten der Therme, ihr Handtuch hat sie in der Hand. Ich schaue mich weiter um, hinter mir sonnen sich auf einer Reihe Liegestühle Männer mittleren Alters. Alle tragen eine klassische Wampe und Ganzkörperbehaarung – und alle präsentieren ihren Körper in voller Pracht, Gemächt inklusive. Auch sie entsprechen nicht im Entferntesten irgendeinem Schönheitsideal. Aber auch das scheint hier niemanden zu stören.



Mein Blick streift an meinem Körper herunter: Beine stoppelig, Fußnägel nicht lackiert, ein wenig Cellulite, ein wenig Speck. Alles ist noch einigermaßen straff, aber das ist ja auch kein Wunder mit 25. Und auf einmal fällt jedes Schamgefühl von mir ab. Ja Mann, ich bin nicht perfekt, ist aber auch sonst keiner. Und deshalb passt das so. Mich erfüllt ein grimmiger Trotz, meinen nackten Körper genauso zeigen, wie er nun mal ist: unperfekt. Schaut doch her, denke ich mir, guckt doch! Passt euch nicht? Nicht mein Problem.

Provokativ warte ich schon fast darauf, mit meiner inneren Rebellion Aufsehen zu erregen. Aber auch für mich interessiert sich hier keiner – weder für meine unrasierten Beine noch für meinen Winterspeck an der Hüfte. Der Trotz verwandelt sich in Stolz und zum ersten Mal seit langem fühle ich mich befreit von dem Imperativ der ständigen Selbstverbesserung, von dem Gedanken, mein Körper müsse so aussehen wie bei den Frauen in der Werbung.

Nackt unter Nackten – ich kann es nur empfehlen. Es tut gut, zu sehen, dass die Realität nichts mit Instagram-Accounts und Frauenzeitschriften zu tun hat, auch wenn wir das eigentlich wissen sollten. Also lasst uns endlich damit aufhören, uns daran zu messen.

Quelle: http://www.bento.de/gefuehle/nackt-in-der-oeffentlichkeit-warum-das-guttut-1330918/
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Susan G. Komen

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Re: FKK in den Medien
« Reply #77 on: May 15, 2017, 05:35:20 pm »
Ein spannender Artikel:
:laughing :laughing :laughing ich kenn das sehr gut! Und ja es läuft sehr viel dort. die bullen laufen aber auch mal durchs ganze gelände.

Offline Pitti

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Re: FKK in den Medien
« Reply #78 on: August 02, 2017, 06:44:21 am »
Hi,

am 19.08.2017 kommt auf dem NDR die Doku "Unsere Geschichte - Als die Nackten an die Ostsee kamen" von 11:30-12:15 Uhr.
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Susan G. Komen

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Re: FKK in den Medien
« Reply #79 on: August 02, 2017, 07:43:24 am »
Mit der Familie am FKK-Strand

Redaktion: Annik Hosmann; Foto: Getty Images

Sandra Müller (Name geändert) konnte ihren Klassenkameraden nach den Sommerferien jeweils nur Landschaftsbilder zeigen: Ihre Familie mags im Urlaub nackt.
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Du kommst an und ziehst dich aus – und zwar ganz. Du begrüsst nackt deine Campingplatznachbarn, stellst nackt dein Zelt auf und richtest es nackt ein. Komisch sei dies alles nur die ersten paar Minuten, meinte mein Vater jeweils, wenn er von seinen ersten FKK-Ferien mit meiner Mutter und einem befreundeten Paar erzählte. Spätestens wenn das Zelt steht, sei die Nacktheit egal, falle gar nicht mehr auf. Und er hatte recht; an diesem anderen Ort trugen wir halt einfach keine Hose und kein T-Shirt, aber alle anderen taten es ja auch nicht. Vor allem als Kind störst du dich nicht an der Nacktheit, im Gegenteil. Denn wann oder wo sonst könntest du deinem älteren Bruder eine herzige Sonne mit Wasserfarben auf den Hintern malen, ohne dass deine Eltern mit dir schimpfen?

Nackt, nackt, nackt. Das ist Freikörperkultur. Nun ja, fast. Denn die Leute auf FKK-Campingplätzen mögen zwar auf Kleider verzichten, nicht aber auf Hygiene. Sein bestes Stück in die Tiefkühltruhe hängen zu lassen, ist ebenso verpönt, wie seinen Hintern blutt auf einem Stuhl niederzulassen. Ein Strandtuch um die Hüfte ist oft Pflicht. Auch bedeutet FKK nicht, um jeden Preis nackt zu sein. Im korsischen Regen und Wind wurden wir nie schief angeschaut, wenn wir uns Hose und Pullover angezogen haben. Aber sicher gibt es auch die FKKler der knallharten Sorte, die mit gelben Gummistiefeln und durchsichtiger Pelerine durch den grössten Regen spazieren – alles schon gesehen, wie ich überhaupt so ziemlich alles schon mal gesehen habe, was der menschliche Körper so zu bieten hat, von winzigen Penissen bis zu Melonenbrüsten. Du siehst die füdliblutte Tennisspielerin in Tennisschuhen und mit hochgezogenen weissen Socken, Sonnenschild und Sport-BH – weil frei schwingende Brüste ein ambitioniertes Tennisspiel offenbar verhindern – oder auch den kleinen Buben, in der einen Hand sein Nutellabrot, in der anderen seinen kleinen Freund. Solche Momente mögen skurril anmuten, und wir haben auch viel gelacht. Sie sind aber weder anrüchig noch abstossend oder peinlich.

Es mag überraschen, doch das Einzige, was ich während all meiner FKK-Ferien nie gesehen habe, ist ein erigierter Penis. Die Meinung, beim FKK gehe es nur ums Schauen und Angeschautwerden, ist nur ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Klar gibt es auch Nacktstrände, wo nur der Voyeurismus und der Exhibitionismus zählen, aber dort waren wir nie. Ich muss sogar sagen: Ich fühle mich heute im Schwimmbad im Bikini mehr beobachtet als damals am FKK-Strand.

Dennoch gab es während der Pubertät eine Zeit, in der ich meine Ferien lieber an einem «normalen» Strand verbracht hätte. Gerade der Sommer, in dem ich meine ersten Schamhaare bekam und das erste Mal die Menstruation hatte, war zu Beginn schwierig. Doch wie gesagt, es geht beim FKK entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht darum, um jeden Preis nackt zu sein. Also zog ich mir damals eben eine Badehose an, das Problem hatte sich erledigt. Ich merkte lange nicht, dass die Art, wie unsere Familie ihre Ferien verbrachte, speziell ist. Den Aha-Moment hatte ich, als alle Kinder Ferienfotos in die Schule brachten und ich die Einzige war, die nur Landschaftsbilder zeigen konnte. Und irgendwann in der Primarschule erfuhren auch einige Klassenkameraden von unseren FKK-Ferien. Viele Kinder verstanden nicht genau, was das war, es gab einen kleinen Aufschrei, doch die Aufregung legte sich schnell. Gehänselt wurde ich nicht.

Wenn heute Leute nachfragen oder es um dieses Thema geht, dann verheimliche ich nichts. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, mit meinen Kindern dereinst ebenfalls FKK-Ferien zu machen, solange mein Partner einverstanden ist. Dennoch brauche ich den Leuten meine FKK-Erfahrungen nicht unter die Nase zu reiben, gerade weil man damit heute noch auf Unverständnis stösst. Irgendwie kann ich das verstehen. Es ist halt ungewohnt, und die eigene Nacktheit scheint noch immer ein Tabu zu sein – trotz nackten Hintern in der Werbung oder entblössten Brüsten in Musikvideos.
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Re: FKK in den Medien
« Reply #80 on: March 30, 2018, 12:02:19 pm »
http://www.zeit.de/2012/31/Maennliche-Nacktheit

Ein sehr interessanter Artikel über die männliche Nacktheit in den Medien.

Was denkt ihr, sollte es mehr männliche Nacktheit in den Medien geben, sprich mehr Bilder von "echten" Penissen?
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Re: FKK in den Medien
« Reply #81 on: April 02, 2018, 06:39:59 pm »
Ein spannender Artikel auch über die Jugend-Problematik beim FKK:
https://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/fkk-die-jungen-leute-werden-prueder-id17370941.html
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